Conscious Growth
Warum ein zweites Standbein heute weniger Plan B als eine bewusste Entscheidung ist
Es gibt Sätze, die man früher nur in bestimmten Momenten gehört hat.
„Ich brauche ein sicheres Standbein.“
„Ich möchte etwas in der Hinterhand haben.“
„Falls mal etwas passiert.“
Früher klangen sie nach Ausnahme.
Nach Krisenmodus, nach „zur Sicherheit“.
Heute wirken sie anders.
Mehr wie stille Alltagsgedanken, die immer mehr Menschen begleiten.
Nicht aus Panik.
Eher aus einem feinen Gefühl, dass die bisherigen Modelle allein kein tragfähiges Bild mehr ergeben.
Wenn „Sicherheit“ sich verschiebt
Lange galt: Sicherheit = fester Job, Gehalt, Vertrag, Struktur.
Karriereleitern, die nach oben führen, wenn jemand über dir Ja sagt. Gehaltserhöhungen in definierten Stufen. Urlaubstage in festgelegten Kontingenten.
Dieses System hat viel Stabilität gegeben – und tut es für manche immer noch. Für andere fühlt es sich zunehmend an wie ein Rahmen, der nicht mehr zum inneren Bild passt.
Menschen, die ich erlebe, erzählen von:
solider Anstellung und gleichzeitig einem Gefühl von innerer Leere
dem Wunsch, freier zu gestalten – zeitlich, räumlich, inhaltlich
einer Lebensrealität, in der ein einziges Einkommen sich nicht mehr so anfühlt, wie „Sicherheit“ einmal gemeint war
Die Frage ist nicht mehr nur: „Ist mein Job sicher?“
sondern: „Fühlt sich mein Leben als Ganzes stabil an – jetzt und in fünf, zehn Jahren?“
Growth, das nicht nach „höher, schneller, weiter“ klingt
Conscious Growth ist für mich Wachstum, das vom Innen her entsteht.
Es klingt weniger nach:
nächster Titel
nächster Sprung
nächstem Ziel
und mehr nach:
stimmigeren Entscheidungen
klareren Prioritäten
einem Arbeitsleben, das zum eigenen Nervensystem passt
Das kann innerhalb eines Anstellungsverhältnisses passieren. Es kann auch bedeuten, dass Neues dazu kommt: ein Projekt, ein eigenes Angebot, ein Business.
Der Unterschied liegt in der Haltung:
Es geht nicht um Flucht.
Es geht um Gestaltung.
Ein zweites Standbein als Ausdruck von Bewusstsein
Ein zweites Standbein wird oft noch als Plan B gelesen. Als etwas, das man „für den Notfall“ aufbaut.
Vielleicht ist es Zeit für eine andere Perspektive:
Ein zweites Standbein kann sein:
ein Ausdruck von Klarheit: „Ich möchte nicht alles in ein System legen.“
eine Form von emotionaler Stabilität: „Ich erlebe mich in verschiedenen Rollen.“
eine Art, unterschiedliche Seiten von dir zu leben: Kreativität, Tiefe, Leadership.
Für mich war es irgendwann weniger die Frage:
„Was mache ich, wenn mein Job nicht mehr sicher ist?“
sondern:
„Welche Art von Arbeit fühlt sich nach mir an und wie viele Säulen braucht mein Leben, um sich innerlich stabil anzufühlen?“
Die leisen Gründe hinter großen Schritten
Wenn Menschen heute ein Business starten, ein Studio eröffnen oder sich einem Netzwerk anschließen, stehen selten nur Zahlen dahinter.
Zwischen den Zeilen höre ich oft:
den Wunsch, morgens anders aufzuwachen
die Sehnsucht nach Arbeit, die sich nach Sinn anfühlt
das Bedürfnis, nicht länger in Strukturen zu bleiben, die innerlich längst eng geworden sind
Conscious Growth stellt eine andere Frage in den Raum:
„Was, wenn berufliche Entwicklung nicht nur heißt, die Stufen im bestehenden System weiterzugehen,
sondern auch neue Räume zu betreten?“
Räume, in denen dein Wert nicht ausschließlich über Positionen, Stundensätze oder Organigramme definiert wird.
Pace & Nervensystem
Ein zweites Standbein bedeutet nicht automatisch, dass alles lauter und voller wird. Es kann das, wenn es aus Druck entsteht.
Wenn es aus Bewusstsein entsteht, kann es etwas anderes werden:
ein Raum, in dem du anders arbeiten darfst als im Hauptjob
eine Struktur, in der du dein natürliches Tempo leben kannst
ein Feld, in dem du selbst entscheiden kannst, was Wachstum für dich bedeutet
Die Frage ist weniger: „Kann ich das alles schaffen?“
sondern: „In welchem Tempo fühlt sich das für mein System stimmig an?“
Conscious Growth bindet dein Nervensystem mit ein. Es fragt: „Wie kann Entwicklung aussehen, ohne dass du dich permanent übergehst?“
From either/or to both/and
Die alte Logik war oft:
angestellt oder selbstständig.
sicher oder frei.
entweder/oder.
Heute entsteht etwas Drittes:
beides.
Ein Leben, in dem du mehrere Rollen wählen darfst.
In dem ein sicherer Rahmen und ein freieres Feld nebeneinander existieren können. In dem du dir erlaubst, mehrere Versionen von dir auszuprobieren.
Nicht alles auf einmal.
Aber Schritt für Schritt.
Conscious Growth heißt nicht, alles Alte zu verwerfen. Es bedeutet, bewusst zu ergänzen, was fehlt.
Eine stille Frage an dein Leben
Vielleicht ist jetzt kein Moment für radikale Entscheidungen. Vielleicht ist er es doch.
Wichtiger als das „Was“ ist für mich die Frage dahinter:
Wo in deinem Leben wünschst du dir innerlich mehr Beweglichkeit –
und wie könnte ein zweites Standbein genau dort Stabilität bringen?
Es muss kein großer, lauter Schritt sein.
Manchmal beginnt alles mit einer kleinen Entscheidung:
einen Gedanken, den du endlich ernst nimmst
eine Idee, der du Raum gibst
ein Gespräch, das du suchst
Conscious Growth bedeutet für mich:
Dein Leben so zu gestalten, dass du dich nicht mehr nur in Strukturen wiederfindest, sondern auch in Entscheidungen, die du aktiv getroffen hast.
Nicht höher.
Nicht schneller.
Sondern stimmiger.
Less noise.
More you.